Wer eine gebrauchte Alufelge für seinen Audi sucht, spart oft deutlich Geld – aber nur, wenn die Felge auch wirklich passt. Die häufigsten Fehlkäufe entstehen durch falschen Lochkreis oder eine unpassende Einpresstiefe. Beide Werte lassen sich mit etwas Wissen zuverlässig prüfen. Dieser Ratgeber zeigt dir, worauf du achten musst.
Die wichtigsten Felgenmaße im Überblick
Eine Alufelge wird über mehrere Kennwerte beschrieben. Für die Passform sind vor allem diese entscheidend:
- Lochkreis (LK) – Anzahl der Bolzen und Durchmesser des gedachten Kreises, z. B. 5x112.
- Einpresstiefe (ET) – gibt an, wie weit die Felge nach innen oder außen sitzt.
- Mittenbohrung (NB / Nabenbohrung) – der Durchmesser des Lochs in der Felgenmitte.
- Felgenbreite und Zoll – z. B. 7,5J x 17.
Eine Felge passt nur, wenn alle diese Werte zu deinem Fahrzeug stimmen. Ein einzelner falscher Wert reicht aus, damit die Felge nicht montiert werden kann oder nicht zulässig ist.
Lochkreis richtig bestimmen
Die meisten Audi-Modelle nutzen den Lochkreis 5x112. Das bedeutet fünf Radbolzen auf einem Kreis mit 112 mm Durchmesser. Ältere oder kleinere Modelle können abweichen, deshalb solltest du dich nie auf die Marke allein verlassen.
So prüfst du den Lochkreis:
- 5 Bolzen: Miss von der Mitte eines Bolzens quer zur Außenkante des übernächsten Bolzens. Bei 5-Loch-Felgen entspricht dieser Abstand ungefähr dem Lochkreisdurchmesser.
- Genauer geht es mit einer Lochkreis-Schablone oder den Herstellerangaben.
Ein falscher Lochkreis lässt sich nicht durch Adapter „legalisieren“ – kaufe daher nur Felgen mit exakt passendem LK.
Einpresstiefe (ET) verstehen
Die Einpresstiefe beschreibt den Abstand zwischen der Auflagefläche der Felge (dort, wo sie an der Nabe anliegt) und der Mittellinie der Felge. Sie wird in Millimetern angegeben, z. B. ET45.
- Ein höherer ET-Wert zieht die Felge weiter nach innen.
- Ein niedrigerer ET-Wert rückt die Felge weiter nach außen.
Audi-Felgen haben oft Werte zwischen etwa ET30 und ET50, je nach Modell und Felgenbreite. Weicht die ET zu stark ab, kann die Felge innen am Bremssattel schleifen oder außen über den Kotflügel hinausstehen. Kleine Abweichungen sind manchmal zulässig, aber nur, wenn sie in den Fahrzeugpapieren oder einem Gutachten abgedeckt sind.
Die ET ist bei Alufelgen meist auf der Innenseite eingeprägt, oft als „ET45“ oder nur „45“. Prüfe diese Angabe vor dem Kauf.
Mittenbohrung nicht vergessen
Viele Audi-Modelle haben eine Mittenbohrung von 57,1 mm. Ist die Bohrung der gebrauchten Felge größer, kannst du mit passenden Zentrierringen arbeiten. Ist sie kleiner, passt die Felge nicht auf die Nabe. Die Mittenbohrung sorgt dafür, dass die Felge sauber zentriert läuft – ein Wackeln bei höheren Geschwindigkeiten deutet oft auf eine schlechte Zentrierung hin.
Zoll und Breite müssen zur Freigabe passen
Nicht jede Größe ist für jedes Modell zugelassen. Prüfe in deinem Fahrzeugschein (Feld 15) oder in der CoC-Bescheinigung, welche Rad-Reifen-Kombinationen freigegeben sind. Größere Felgen brauchen oft eine Eintragung oder ein passendes Reifenformat.
Der sicherste Weg: die OE-Nummer
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, achte auf die Originalteilenummer (OE-Nummer) der Felge. Sie ist meist auf der Rückseite eingeprägt und identifiziert die Felge eindeutig. Findest du dieselbe OE-Nummer wie an deinem Fahrzeug, stimmen Lochkreis, ET und Mittenbohrung garantiert überein. Das ist deutlich zuverlässiger als das reine Nachmessen.
In unserem Shop findest du geprüfte gebrauchte Audi-Alufelgen mit angegebenen Maßen und – wo vorhanden – OE-Nummer, sodass du die Passform vor dem Kauf abgleichen kannst.
Worauf du beim Gebrauchtkauf sonst achten solltest
- Höhen- und Seitenschlag: Achte auf Hinweise zu Rundlauf; verzogene Felgen führen zu Vibrationen.
- Risse und Schweißstellen: Diese sind ein Sicherheitsrisiko und disqualifizieren die Felge.
- Korrosion an der Auflagefläche: kann die Zentrierung beeinträchtigen.
- Bordsteinschäden: optisch störend, meist aber unkritisch, solange kein Riss vorliegt.
Fazit
Eine gebrauchte Audi-Alufelge ist eine gute und günstige Wahl – vorausgesetzt, du prüfst Lochkreis, Einpresstiefe, Mittenbohrung und Größe sorgfältig. Am schnellsten und sichersten kommst du über die passende OE-Nummer zum richtigen Teil. Wer diese Werte kennt, vermeidet Fehlkäufe und montiert die neue Felge ohne böse Überraschungen.